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Auslegung

So klein wie möglich, so groß wie nötig: Wie groß der Speicher wirklich sein muss

20 bis 25 Liter je kW, 30 bis 40 Liter je kW oder gar kein eigener Puffer? So lässt sich die Speichergröße begründen – und das kostet jeder Liter zu viel.

Technisch geprüft am 6 Min. LesezeitRedaktion Der richtige Speicher

Die richtige Speichergröße ergibt sich aus zwei Angaben: der Aufgabe, die der Speicher übernehmen soll, und der Heizleistung der Wärmepumpe. Für den Heizungspuffer gibt es dafür Richtwerte in Litern je Kilowatt, beim Warmwasser zählt der Haushalt. Und weil jeder Liter Tag für Tag Wärme verliert, ist größer nicht automatisch besser.

Die Grundregel: so klein wie möglich, so groß wie nötig

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fasst es in einem Satz zusammen: Der Pufferspeicher sollte so klein wie möglich, aber so groß wie nötig sein. Das klingt nach Binsenweisheit, ist aber ein doppelter Arbeitsauftrag an die Planung.

„So groß wie nötig“ verlangt, dass jemand die Aufgabe des Speichers benennt – sonst gibt es nichts, woran sich „nötig“ messen ließe. „So klein wie möglich“ verlangt, dass niemand aufrundet, nur weil im Keller Platz ist. Wer für eine Tasse Tee den Wasserkocher bis zum Rand füllt, wartet länger und erhitzt Wasser, das niemand trinkt. Beim Speicher kommt hinzu, dass er dieses Wasser auch noch warm hält, Tag und Nacht.

Erst die Aufgabe, dann die Liter

Ein Pufferspeicher an der Wärmepumpe kann mehrere Aufgaben haben. Laut Verbraucherzentrale sichert er die Mindestlaufzeit und optimiert die Laufzeit, außerdem kann er die Wärme liefern, die eine vereiste Außeneinheit zum Abtauen braucht. Nach Angabe der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kann er zudem Sperrzeiten des Energieversorgers überbrücken. Jede dieser Aufgaben führt zu einer anderen Größe. Der Bundesverband Wärmepumpe nennt in seinem Leitfaden zur Hydraulik diese Richtwerte:

Aufgabe Richtwert Bezugsgröße
Kein eigener Puffer Mindestvolumen 3 bis 5 Liter je kW Heizleistung der Wärmepumpe
Laufzeit optimieren 20 bis 25 Liter je kW maximale Heizleistung
Sperrzeiten überbrücken 30 bis 40 Liter je kW maximale Heizleistung
Abtauen bei Luft/Wasser-Geräten nach Herstellerangabe zur nötigen Abtauenergie Gerät

Entscheidend ist die Bezugsgröße: Gerechnet wird mit der Heizleistung der Wärmepumpe – nicht mit der Wohnfläche und nicht mit der Leistung des alten Kessels. Damit hängt die Speichergröße an einer zweiten Entscheidung. In der Feldmessung des Fraunhofer ISE waren viele Wärmepumpen, bezogen auf den Verbrauch, überdimensioniert. Eine zu große Wärmepumpe zieht nach dieser Rechnung auch einen zu großen Speicher nach sich.

Unsere Beispielrechnung: eine Wärmepumpe mit 10 kW

Beispiel: eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 10 kW maximaler Heizleistung. Mit den Richtwerten des Verbands ergibt sich:

Aufgabe Rechnung Ergebnis
Kein eigener Puffer 10 kW × 3 bis 5 l 30 bis 50 l Mindestvolumen
Laufzeit optimieren 10 kW × 20 bis 25 l 200 bis 250 l
Sperrzeiten überbrücken 10 kW × 30 bis 40 l 300 bis 400 l
Übertragerfläche im Warmwasserspeicher 10 kW × 0,25 m² mindestens 2,5 m²

Je nach Aufgabe reicht das Ergebnis von 30 Litern Mindestvolumen ganz ohne eigenen Puffer bis zu 400 Litern Puffer für Sperrzeiten. Ein Puffer, der deutlich über diesen Werten liegt, ohne dass das Angebot eine Aufgabe dafür nennt, verdient eine Nachfrage.

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Kein eigener Puffer ist auch eine Größe

Die kleinste Lösung kommt ohne separaten Pufferspeicher aus. Ob das bei Ihnen geht, ist eine Frage, bei der sich die Quellen nicht einig sind. Festhalten lässt sich: Wärmepumpe, Heizflächen und Stromtarif entscheiden, ob ein Puffer nötig ist.

Eindeutiger ist die Lage bei der Fußbodenheizung. Hier speichert in der Regel der Estrich selbst die Wärme, ein separater Puffer ist dann nicht nötig. Eine Untergrenze bleibt trotzdem: das Mindestvolumen von 3 bis 5 Litern je kW, das der Verband für Anlagen ohne Puffer nennt. Auch der Mindestvolumenstrom der Wärmepumpe muss gesichert sein, die Wärme also laufend abfließen können; laut DUH lässt sich das auch ohne Speicher lösen.

Sperrzeiten: erst den Anschluss klären, dann die Liter planen

Der größte Richtwert, 30 bis 40 Liter je kW, dient dazu, Zeiten zu überbrücken, in denen die Wärmepumpe keinen Strom bekommt. Wie lange das bei Ihnen vorkommen kann, hängt davon ab, welche Regel für Ihren Anschluss gilt:

  • Klassische Sperre: Eine vollständige Sperre der Wärmepumpe darf laut Bundesverband Wärmepumpe höchstens zwei Stunden anliegen.
  • Steuerung nach § 14a EnWG: Seit dem 01.01.2024 darf der Netzbetreiber den Strombezug einer Wärmepumpe samt Heizstab temporär auf bis zu 4,2 kW reduzieren. Ältere Anlagen wechseln spätestens ab dem 1. Januar 2029 in diese Regel.

Eine Drosselung ist etwas anderes als eine Sperre. Fragen Sie deshalb, mit welcher Regel die Speichergröße gerechnet wurde. Ein Puffer für Sperrzeiten, die Ihr Anschluss gar nicht vorsieht, ist Volumen ohne Aufgabe – und verliert trotzdem jeden Tag Wärme.

Warmwasser: Der Haushalt zählt, nicht das Haus

Für den Trinkwasserspeicher sind Liter je Kilowatt der falsche Maßstab. Hier zählt, wie viel warmes Wasser die Menschen im Haus brauchen und wie viel davon im selben Moment. Wie viel das pro Kopf ist, beantworten die Quellen unterschiedlich: Ihre Faustwerte liegen zwischen rund 50 und 100 Litern pro Person. Für vier Personen ergibt das nach unserer Rechnung 200 bis 400 Liter. Diese Spanne schließt keine Faustformel; enger wird sie erst mit den Angaben Ihres Haushalts.

Bei der Wärmepumpe kommt eine zweite Größe hinzu: die Fläche des Wärmeübertragers im Speicher, laut Bundesverband Wärmepumpe mindestens 0,25 m² je kW Heizleistung. Ein Speicher mit genug Litern, aber zu kleiner Fläche zwingt die Wärmepumpe zu höheren Temperaturen. Mehr dazu bei den fünf Speicherfehlern.

Ein Detail nimmt die Angst vor großen Zahlen: Ein- und Zweifamilienhäuser zählen nach der Trinkwasserverordnung nicht als Großanlagen. Ein Trinkwasserspeicher über 400 Litern macht die Anlage in Ihrem Ein- oder Zweifamilienhaus also nicht zur Großanlage mit deren strengeren Regeln.

Jeder Liter verliert Wärme – Tag für Tag

Der zweite Teil der Grundregel hat einen physikalischen Grund: Ein größerer Behälter hat mehr Oberfläche, und über sie gibt er rund um die Uhr Wärme ab. Speichervolumen ist deshalb wie ein Konto mit Gebühr: Die Gebühr fällt jeden Tag an, ob Sie abheben oder nicht, und sie wächst mit dem Konto.

Wie viel ein Speicher höchstens verlieren darf, regeln seit dem 26.09.2017 die Ökodesign-Anforderungen der EU, und zwar für Trinkwasser-, Puffer- und Kombispeicher bis 2.000 Liter. Der BDH nennt dafür diese Grenzwerte:

Volumen höchstens zulässiger Wärmeverlust
100 l 69,2 W
200 l 86,0 W
250 l 92,5 W
500 l 116,7 W
750 l 134,3 W
1.000 l 148,7 W
1.500 l 171,9 W
2.000 l 190,9 W

Unsere Beispielrechnung: Ein 500-Liter-Speicher darf höchstens 2,8 kWh am Tag verlieren, ein 1.000-Liter-Speicher 3,6 kWh. Übers Jahr sind das 1.022 und 1.314 kWh Wärme, bei beiden Speichern am erlaubten Höchstwert. Der Unterschied von 292 kWh entsteht allein durch das größere Volumen. Mit einer Leistungszahl von 3,0, wie sie der BDH in seinem Beispiel ansetzt, braucht die Wärmepumpe dafür 97,33 kWh Strom, zum mittleren Tarif von 24 ct/kWh also 23,36 € im Jahr. Die Wattwerte gelten für Prüfbedingungen; wie viel es im Alltag ist, hängt von Speichertemperatur und Aufstellraum ab.

Mindestens so viel wie das Volumen zählt die Qualität. Ein Speicher der Klasse A mit 200 Litern verliert nach Angaben des BDH 31,8 bis 43,9 W – zulässig wären für diese Größe 86,0 W. Die meisten angebotenen Speicher liegen nach BDH in den Klassen B und C; Klasse D und darunter ist seit dem 26.09.2017 nicht mehr erlaubt. Das EU-Effizienzlabel gibt es allerdings nur für Speicher bis 500 Liter, für größere hilft nur der Wattwert aus dem Datenblatt.

So sieht eine begründete Größe im Angebot aus

Eine nachvollziehbare Speichergröße steht nicht als nackte Literzahl im Angebot. Prüfen Sie, ob diese Angaben dabei sind:

  • die Aufgabe des Speichers – oder die Begründung, warum kein eigener Puffer nötig ist,
  • die maximale Heizleistung der Wärmepumpe, auf die sich die Liter beziehen,
  • die Sperr- oder Drosselregel, mit der gerechnet wurde,
  • beim Warmwasser die Personenzahl und der Bedarf zu Spitzenzeiten,
  • die Übertragerfläche des Warmwasserspeichers in Quadratmetern,
  • der Wärmeverlust in Watt und, bis 500 Liter, die Effizienzklasse,
  • der Aufstellraum, beheizt oder unbeheizt.

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Die richtige Größe ist keine Geschmacksfrage, sondern eine kurze Rechnung mit drei Zutaten: Aufgabe, Heizleistung, Haushalt. Steht sie im Angebot, können Sie sie nachrechnen – und sehen, ob jemand aufgerundet hat.

Häufige Fragen

Wie viele Liter Pufferspeicher braucht eine Wärmepumpe?

Das hängt von der Aufgabe ab. Der Bundesverband Wärmepumpe nennt zur Laufzeitoptimierung 20 bis 25 Liter pro kW der maximalen Heizleistung und zur Überbrückung von Sperrzeiten 30 bis 40 Liter pro kW. Ohne Puffer sieht sein Leitfaden als Untergrenze 3 bis 5 Liter pro kW Heizleistung vor.

Ist ein größerer Speicher nicht einfach die sichere Wahl?

Nicht automatisch, denn jeder Liter verliert Wärme. Die zulässigen Höchstverluste steigen von 116,7 W bei 500 Litern auf 148,7 W bei 1.000 Litern. Deshalb gilt die Grundregel der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: so klein wie möglich, aber so groß wie nötig.

Wie groß sollte der Warmwasserspeicher sein?

Je nach Quelle liegen die Faustwerte bei rund 50 bis 100 Litern pro Person; den Ausschlag geben die Gewohnheiten im Haushalt. Bei der Wärmepumpe zählt außerdem die Fläche des Wärmeübertragers im Speicher: mindestens 0,25 m² je kW Heizleistung.

Braucht eine Fußbodenheizung einen Pufferspeicher?

In der Regel nicht, weil der Estrich selbst Wärme speichert. Falls doch ein Puffer nötig ist, empfiehlt die Deutsche Umwelthilfe für reine Fußbodenheizungen die Einbindung in Reihe.

Muss ein Trinkwasserspeicher im Einfamilienhaus unter 400 Litern bleiben?

Nein. Die Grenze von 400 Litern gehört zur Definition der Großanlage im DVGW-Regelwerk, und Ein- und Zweifamilienhäuser zählen nach der Trinkwasserverordnung nicht als Großanlagen. Für die Temperatur werden trotzdem 55 bis 60 °C empfohlen; unter 50 °C sollte sie nicht fallen.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Energietipp Pufferspeicher bei Wärmepumpen (PDF) (Quelle vom 09.09.2025)
  2. Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik (PDF) (Quelle vom 08/2023)
  3. Deutsche Umwelthilfe: Factsheet 7 – Wärmepumpen mit Pufferspeicher, Solarthermie und Wärmerückgewinnung (PDF) (Quelle vom 12/2023)
  4. co2online: Wärmepumpe mit Pufferspeicher (Quelle vom 25.09.2026)
  5. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Presseinformation, PDF) (Quelle vom 03.11.2025)
  6. Bundesverband Wärmepumpe: SG Ready (Quelle vom Abruf 06.10.2026)
  7. Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG (Quelle vom Abruf 06.10.2026)
  8. Verbraucherzentrale: Wie erzeuge ich Warmwasser, wenn ich mit einer Wärmepumpe heize? (Quelle vom 30.01.2026)
  9. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Wärmespeicher (Energie-Atlas Bayern, PDF) (Quelle vom 06.04.2021)
  10. Region Hannover: Großanlagen zur Trinkwassererwärmung (Quelle vom 26.07.2023)
  11. DVGW: Energiesparen beim Warmwasser – Langfassung (PDF) (Quelle vom 03/2023)
  12. Umweltbundesamt: Factsheet Trinkwarmwasserkonzepte (PDF) (Quelle vom 01.11.2023)
  13. BDH: Infoblatt Nr. 60 – Warmwasserspeicher, Energielabel und Ökodesign (PDF) (Quelle vom 03/2019)
  14. BDH: Infoblatt Nr. 74 – Energetische Bewertung von Warmwasserspeichern (PDF) (Quelle vom 08/2020)
  15. Umweltbundesamt: Energieverbrauchskennzeichnung von Warmwasserbereitern und -speichern (Quelle vom 02.10.2026)
  16. Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (PDF) (Quelle vom 20.02.2026)

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